Lesen, Unternehmer, Entwicklung, Bücher, Persönlichkeit, David Stammel

Meine Bücher finden mich

Mein Opa hat immer gesagt: „David, du erkennst den Charakter eines Menschen daran, ob in seinem Wohnzimmer Bücher oder Videos stehen.“

Es ist noch gar nicht so lange her, da hätte ich diesen Charaktertest meines Großvaters nicht bestanden. Da war ich der typische deutsche Leser: drei Bücher im Jahr, davon zwei Romane. Stattdessen hatte ich eine große DVD- und Play Station-Sammlung. Dabei komme ich aus einer Familie von Bücherwürmern. Eltern, Opa, Tante: Alle hatten sie Riesenbücherwände. Mich hat diese Leidenschaft erst vor etwa sieben Jahren wirklich gepackt.

Manche Bücher bleiben erstmal ungelesen

Das hatte auch mit meiner persönlichen Situation zu tun, weshalb es in den meisten meiner Bücher um Persönlicheitsentwicklung und Psychologie einerseits und um Marketing, Verkauf, Finanzen und Management andererseits ging. Vielleicht hat mich ja auch der vielzitierte Spruch von Harry S. Truman angespornt:

„Not all readers are leaders, but all leaders are readers.“

Fasziniert haben mich auch die Buchhandlungen in den USA, die riesig sind im Vergleich zu denen bei uns und in denen ich Tage verbringen könnte. Und ich habe eine bestimmte Philosophie für die Auswahl meiner Bücher: „Deine Bücher finden dich.“ Nicht umgekehrt.

Wenn ich in einer Buchhandlung bin (mittlerweile natürlich auch online), lasse ich mich inspirieren: Wenn mich ein Thema interessiert, ein Titel anspricht, kaufe ich das Buch. Durchaus auch mit dem Gedanken, dass ich das jetzt nicht sofort lesen muss. Viele nehme ich mit nach Hause, packe sie aus und stelle sie ungelesen ins Regal. Weil ich weiß, irgendwann kommt der Tag, an dem dieses Buch mich wieder findet. Und wo es genau zu den Herausforderungen passt, die mich gerade beschäftigen.

Meine Bücher haben mir immer etwas zu sagen

Auf diese Weise habe ich einen Raum komplett mit 2,20 Meter hohen Regalwänden zugestellt und mit Büchern gefüllt. Jetzt sieht es bei mir also genauso aus wie bei meinem Opa, meinen Eltern, meiner Tante. Und in diesen Regalen finden sich auch Bücher zu Themen, von denen ich überhaupt keine Ahnung habe oder die auf den ersten Blick keinen praktischen Nutzen für mich haben. Zum Beispiel über Astronomie oder Quantenphysik. Oder über die Navigation beim Segeln, obwohl ich gar keinen Segelschein, sondern nur einen für Motorboote habe. Es reicht, dass mich ein Thema fasziniert.

Viele, die meine Bibliothek sehen, wundert das. Sie fragen mich: „David, warum hast du ein Buch über Salatsorten?“ Aber ich finde das einfach cool: Meine eigene kleine ‚Buchhandlung‘ zu haben, in der ich mich immer wieder neu inspirieren lassen kann, in der ich immer wieder etwas finde, wonach ich gerade – vielleicht unterbewusst – suche.

Für mich ist meine Büchersammlung wie ein Steinbruch voller toller Ideen und Impulse, in dem ich mir immer genau das herausgreife, was ich gerade brauche. Oft beschäftige ich mich mit vier bis fünf Büchern parallel, lese immer das, was ich gerade relevant finde. Neben meinem Lesesessel – richtig old school, mit Blick ins Grüne übrigens – stehen die meiste Zeit zwei bis drei Stapel.

Und ihr könnt den Büchern ansehen, dass ich sie lese oder gelesen habe: Bücher, die mich gefunden haben, sehen entsprechend aus: Ich schreibe meine Anmerkungen rein, eigene Ideen, ich unterstreiche, was ich interessant finde. Schlage ich Jahre später ein Buch noch einmal auf, dann wundere ich mich nicht selten: ,Das hast du damals gedacht?’ – und bei Passagen, wo ich früher dicke Fragezeichen gemalt habe, geht mir heute ein Licht auf. 

Bücher sind für mich Arbeitsbücher – und durch die Notizen auch ein Stückweit meine persönliche Gedankengeschichte, ein Dokumentation meiner Entwicklungsreise. Ich bin gespannt, was für Bücher mich in Zukunft finden werden …

Euer

David

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