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Braindrops statt Brainstorm

„So, jetzt seid mal schön kreativ!“

Alle haben ihren Kaffee oder Cappuccino vor sich stehen, Schreibblock und Kugelschreiber zur Hand. Einer schließt gerade noch die Tür des Konferenzraums. Es kann losgehen.

„In unserem Workflow hapert’s. Da brauchen wir ein paar Ideen. Ich bitte um Vorschläge.“

Nicht bei jedem Brainstorm stürmt es auch

Zwei Stunden später: Wir schauen auf unsere Schreibblöcke. So richtig glücklich und begeistert sieht keiner aus. Die echte Durchbruch-Idee hat keiner auf dem Zettel. Auch ich selbst nicht. Aber jeder von uns zehn Leuten hat zwei Stunden verbraten. Statt Aufbruchstimmung macht sich leichter Frust breit. Was ist passiert? Warum hat es nicht gefunkt? Warum gab es keinen Ideensturm?

Bei mir ist es so: Ich bin ein sehr kreativer Mensch. Ich habe dauernd spannende Ideen, mir gehen ständig tausend Gedanken durch den Kopf. Aber nicht unbedingt zu dem Thema, das gerade auf meinem Schreibtisch liegt oder auf meiner Agenda steht. Aufschreiben tue ich sie trotzdem. Das habe ich mir schon sehr früh angewöhnt. Früher lag immer ein Notizblock auf meinem Nachttisch. Und immer, wenn ich einen Gedanken, eine Idee hatte aus dem heraus, was ich am Tag erlebt hatte und was mich bewegt hat, habe ich es in den Notizblock notiert. Egal, was es war und worum es dabei ging.

Später hatte ich ein Diktiergerät. Heute ist das Smartphone mein treuer Begleiter. Und immer, wenn mir etwas einfällt, hämmere ich es in meine Notizbuch-App. Einfach hintereinander weg, so, wie die Gedanken kommen.

Tropfenweise kreativ

Ich nenne das meine Braindrops. Die sind völlig unstrukturiert. Da gibt’s keine Themenordner oder etwas ähnliches. Ich verarbeite permanent, was um mich herum passiert. Und eins ist sicher: Wenn ich es nicht aufschreibe, ist es weg. So aber trage ich immer meinen ganz persönlichen Kreativschatz in der Tasche.

Auf diese Art und Weise sammle ich auch Ideen, wenn ich zum Beispiel eine Präsentation vorbereite: Erst lasse ich meiner Kreativität freien, ungeordneten Lauf – und anschließend bringe ich dann Struktur in die Sammlung.

Was ich oft höre, wenn ich von meiner Braindrop-Strategie erzähle, ist: „Wozu jeden Gedanken aufschreiben? Wenn du ihn vergisst, kann er nicht wichtig gewesen sein!“ Aber das ist meiner Meinung nach ein Trugschluss. Mag sein, dass ein Gedanke, der mir jetzt kommt, mir nicht bedeutsam scheint, weil er nichts zu meinem aktuellen Thema beiträgt. Aber in einer Woche, einem Monat, einem Jahr, da ist er vielleicht genau das Puzzleteilchen, das euch zu etwas noch fehlt. Dann ist er plötzlich interessant, bedeutsam. Und dann müsst ihr euch erinnern.

Jede Idee zählt

Deshalb nutzen wir die Braindrop-Methode auch in meinem Unternehmen bestbion. Statt uns zu oftmals frustrierend ergebnislosen Brainstormings zusammenzusetzen, haben wir eine sogenannte WOW-Liste geschaffen. Da kann jeder jederzeit seine Ideen reinschreiben. Das müssen keine bahnbrechenden Dinge sein, keine ausgefeilten Verbesserungspläne. Da kommt einfach alles rein, was einem von uns eine gute Idee zu sein scheint – fürs Team, für unsere Kunden, für unsere Partner. Auf diese Weise geht uns kein Gedanke, keine Verbesserungsidee mehr verloren, bloß weil sie uns nicht in der Brainstorm-Sitzung gekommen ist, sondern in der Mittagspause, auf dem Nachhauseweg, unter der Dusche …

David

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