Worklifebalance-David Stammel

Work-Life-Balance? Klar! Aber doch nicht jeden Tag!

Ich liebe Menschen, die hart arbeiten können. Die bereit sind und Lust haben, 110 Prozent, mal richtig Knallgas zu geben. Auch über einen längeren Zeitraum. Um das gleich klarzustellen: Ich rede hier nicht von Workaholics. Das Wort sagt es ja schon: Dabei geht es um eine Sucht. Workaholics flüchten sich in Arbeit, um etwas auszublenden, um ihren Problemen aus dem Weg zu gehen. Ich kenne das aus eigener Erfahrung: Ich hatte Phasen, in denen ich mich sehr in Arbeit vergraben habe, weil ich so viele andere ungeklärte Baustellen hatte, an die ich nicht denken wollte. Diese Art von hart arbeiten meine ich nicht.

Meine Work-Life-Balance rechne ich aufs ganze Leben

Wie ihr bereits in David’s Diary lesen konntet, habe ich es nicht so mit Work-Life-Balance. Ich bin fest überzeugt: Das mit der Work-Life-Balance wird von allzu vielen falsch verstanden. Sie beziehen diese Balance auf jeden einzelnen Tag, auf jede einzelne Woche. Da muss nach acht Stunden Feierabend sein. Und von Freitagmittag bis Sonntagabend ist jede Art von Arbeit absolut tabu. Doch das macht meiner Ansicht nach keinen Sinn. Wer Work-Life-Balance so rechnet, begrenzt sich in seinen eigenen Möglichkeiten.

Work-Life-Balance muss sich auf Jahre, Jahrzehnte berechnen. Idealerweise sogar so, dass ich am Ende meines Lebens sagen kann: „Ja, ich hatte von allem genau das richtige Maß – von Arbeit, von Spiel, von Spaß.“ Ich hatte meine Reisen, meine Zeit für meine persönliche Entwicklung. Und ansonsten habe ich in meinem Unternehmen Vollgas gegeben.

Mein Bestes geben heißt mehr als 100 Prozent geben

Aber warum 110 Prozent? Jeder Mathematiker sagt euch, dass das gar nicht gehen kann. Doch, das geht. Es ist die Extrameile, die der Läufer macht, weil er merkt: Ich kann es. Ich habe noch Potenzial. Das will ich noch aus mir herausholen. Und beim nächstenmal gehört die Extrameile schon zu den 100 Prozent – auf die er vielleicht noch etwas draufsetzen kann.

Es gab auch in meinem Leben Zeiten, da habe ich gedacht, dass ich richtig hart gearbeitet habe. Im Rückblick aber sehe ich, dass ich da eigentlich ein ganz gemütliches Leben hatte. Meine gefühlten 110 Prozent von damals waren tatsächlich nur 50 oder 60 Prozent. Ich hatte tatsächlich noch nicht mein Bestes gegeben. Aber mein Bestes zu geben, das ist der Anspruch, den ich an mich selbst habe. Ich will mich weiterentwickeln. Ich weiß, dass Vollgas zu geben mir bei meinem persönlichen Wachstum hilft.

Wenn ich im Flow bin, bin ich auch in Balance

Ich finde es gefährlich, mit der Work-Life-Balance-Schere im Kopf in eine Arbeit einzusteigen: „Pass bloß auf, dass du nicht zu viel arbeitest!“ Das kann ganz leicht zur Ausrede werden, nicht sein Bestes zu geben, sich immer nur im oder sogar unterm Mittelmaß zu bewegen. Erfolgreich könnt ihr auf diese Weise nicht sein.

Was macht ihr denn, wenn ihr gerade im Flow seid, aber die acht Stunden sind rum? Brecht ihr dann ab, obwohl es gerade richtig gut läuft und es euch dabei richtig gut geht? Obwohl ihr merkt, dass ihr gerade etwas richtig Tolles hinkriegt? Dass ihr auf der Erfolgsstraße seid?

Wenn ich in meinem Musikstudio mit einem Mix beschäftigt war, dann war ich in einem Tunnel, in einem Flow. Dann war es mir egal, ob Freitagabend war oder Sonntagmorgen. Dann habe ich weitergemacht. Genauso habe ich in den letzten Monaten mit bestbion oder mit der Arbeit an meinem Buch weitergemacht, weil es eben die Zeit war, Knallgas zu geben. Und ich bin mir sicher, dass ich im Rückblick mit meiner Work-Life-Balance zufrieden sein werde – aufs Ganze gesehen.

David

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