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„So war ich drauf?“ – wenn die Negativität über den Unternehmer siegt

Meine Notizen zu diesem Blog habe ich in meinen Braindrops überschrieben mit „David, der Miesmacher“. Ich hatte mich an einen Moment vor fast 20 Jahren erinnert, der nicht gerade zu meinen Highlights in meiner Karriere als Unternehmer gehört. Und ein Moment, der mich erschrecken lässt, wenn ich heute daran denke – über mich, wie ich agierte, und wie leicht es doch ist, Menschen eine Idee auszutreiben …

David, der Miesmacher

Meine damalige Freundin hatte auf ihre Ausbildung zur Friseurin noch den Meister draufgesetzt. Sie war richtig gut in dem, was sie tat. Auch als sie dann ihrer Leidenschaft für das Maskenbildnern nachging. Und sie war nicht nur gut – sie war auch erfolgreich.

Ich selbst war damals mit meinem eigenen Tonstudio unter die Unternehmer gegangen – und ich war in meinem Job zwar gut, aber nicht erfolgreich. 

Eigentlich war ich zu diesem Zeitpunkt sogar ziemlich ausgelaugt, traute mich nicht, den Briefkasten zu öffnen, weil ich sicherlich eine neue Rechnung finden würde. Ich war finanziell am Ende. Hatte Schulden. Und mein Unternehmertum überforderte mich auch menschlich. Und deswegen tat ich dann, was ich tat:

Eines Abend kam ich nach Hause. Meine Freundin und eine Freundin von ihr saßen in der Küche und sie lachten und strahlten mich an, als ich müde und frustriert zu ihnen trat – und dann platzten sie mit ihrer Idee heraus: „Wir gründen ein Unternehmen und machen uns als Maskenbildner selbstständig!“ Und was machte ich? Ich holte den großen Zeigefinder heraus: „Moment mal. Habt ihr euch das wirklich gut überlegt? Also in Deutschland ist so etwas ja nicht so einfach … Die Steuern. Die ganzen Formulare. Die Gewerbeanmeldung. An was ihr nicht alles denken müsst!“

Ich blühte vor lauter Miesmacherei richtig auf. Meine eigenen Sorgen waren in dem Moment vergessen, ich kam mir so klug vor, mir hat das richtig Spaß gemacht, die beiden total zu verwirren.

Ich war ein solcher Arsch, weil ich ihnen die Leidenschaft für ihre Idee, ihre Energie nicht gegönnt habe. Weil ich die beiden gebremst habe – und tatsächlich so dafür gesorgt habe, dass sie ihren Traum zunächst einmal nicht weiterverfolgt haben.

David, der Unternehmer

Die beiden haben mir vertraut. Sie glaubten an mich als Unternehmer, und das in einer Situation, in der ich mir als Unternehmer selbst nicht über den Weg traute.

Mir wird heute noch ganz schlecht, wenn ich daran denke. Zum Glück haben die beiden dann später ihre Träume erfüllen können. Und zum Glück bin ich heute ein Unternehmer von ganz anderem Schrot und Korn und habe mich weiterentwickelt.

Aber was ich im Nachhinein daran sehr erschreckend finde, ist, dass ich glaube, dass es vielen Menschen mit ihren Ideen so geht, wie den beiden Mädels damals: Sie hören eher auf jemanden, der sie bremst, der ihnen Bedenken einflößt, als dass sie ihrer Leidenschaft folgen und schauen, was bestärkt sie in ihrer Idee des Unternehmertums.

Ich gebe mir heute Mühe, andere Menschen in ihrem Unternehmertum zu stärken, was immer auch bedeutet, dass sie das tun, was sie lieben (weswegen ich zum Beispiel seit Jahren in Schulen auf Berufsorientierungstagen spreche.  In dieser Liebe zu euer eigenen Idee dürft ihr euch, wenn ihr wirklich Unternehmer werden wollt, nicht beirren lassen: Wenn ihr an eure Vision glaubt, wenn ihr an den Erfolg eurer Vision glaubt, dann lässt euch nicht bremsen.

Denn – so meine Erfahrung – ihr dürft den Moment nicht verpassen, um Fahrt aufzunehmen. Wenn ihr nicht genügend Drive habt, dann kommt ihr über den Anfang nicht hinaus. Bremst ihr ab, lasst ihr euch durch die Bedenken und die Hürden, die andere vor euch aufbauen, stoppen – dann könnt ihr vielleicht nicht mehr aus eigener Kraft loslegen.

So hätte ich als Unternehmer damals reagieren sollen. „Wow, macht das. Holt euch die richtigen Leute dazu, die euch bei eurer Idee unterstützen, einen guten Steuerberater zum Beispiel (den ich mir leider gespart habe, weswegen mir nun meine Rechnungen über den Kopf wachsen) und legt los!“ – und dann hätte der Unternehmer über die Negativität gesiegt.

David

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