Entscheidungen, Indien, Reisen, unternehmerisches Feuer, Unternehmertum, David Stammel

Das Feuer des Unternehmertums oder: Einfach mal in den Hintern treten

Schon als ich aus dem Flieger trat, roch ich es: die Müllberge, die offenen Feuer, die Exkremente. Ich war in Mumbai – und wollte mehr sehen als die normalen Sightseeing-Hotspots. Hier wurde der Film Slumdog Millionaire gedreht: im riesigen Slum Dharavi. Hier habe ich zum ersten Mal absolute Armut gesehen – und Menschen, die nach Religionszugehörigkeit und Jobs (hier die Müllsammler, Mülltrenner, da die Müllwäscher, dort die Schneider) getrennt von einander waren. 

Und plötzlich, in all dem Gewirr, dem Gestank, den Ratten, entdeckte ich eine besondere Ecke. Und hier brannte nicht der Müll, sondern ein unternehmerisches Feuer, von dem ich beeindruckt war und ich euch erzählen möchte.

Entschlossenes Unternehmertum

Ein kleiner Laden mit Glastür. Ausgestattet mit Klimaanlage und Generator. Der Besitzer hatte sieben oder acht Angestellte, mit denen er ein kleines Schneiderimperium betrieb und Original-Rucksäcke für HP produzierte. 

Für mich: das Sinnbild des entschlossenen, eigenwilligen Unternehmers. Der ist ganz klar nicht den Weg gegangen ist, den er schon kannte, der ihm vorgezeichnet schien. Der hat sich nicht als Opfer seiner Situation gesehen, sondern wollte mehr. Der entschied sich dazu, mehr zu schaffen. Und entschied sich, seinen Mitarbeitern einen fairen Job zu ermöglichen. 

Die Kraft der Entscheidung, die ich in diesem Mann sah, die fehlt mir bei vielen europäischen Unternehmern. Die sind dagegen geradezu lethargisch.  Dieses unternehmerische Feuer muss von mir selbst, von euch selbst kommen. Vielleicht ist unser Weg im Westen manchmal zu einfach geworden – vielleicht sind wir so weit weg von der Überlebensangst, dass das Feuer ausgeht. Außer …

Feuer unterm Hintern

Außer wir entflammen es selbst wieder. Gar nicht zu leicht: Es gibt einfach zu wenige Menschen, die gelernt haben, sich selbst auch mal einen Tritt in den Hintern zu geben. Mir fiel es früher aber auch schwer. Und dann begann es mit einer kleinen Stimme.

Erst flüsterte sie nur: „Soll’s das schon gewesen sein?“ Es war, als lebe ich an meinem Leben vorbei. 30 und schon in der ersten Midlife-Crisis? So richtig laut wurde die Stimme erst nach einer großen OP, da konnte ich sie nicht mehr ausstellen. Dass ich etwas verändern muss, wurde klar. Wie – da strauchelte ich noch. Bis mir dieses Buch in die Hände gefallen ist: „So denken Millionäre“ von T. Harv Eker. Erst einmal vorneweg: Mir ging’s nicht ums Geld, Millionär werden war nicht mein Antrieb. Was mich an dem Buch reizte, war, dass es um die Stimme im Kopf ging, um die Glaubenssätze, die uns bestimmen. 

Lesen reicht nicht

Ich habe mich gewissermaßen umprogrammiert nach dem Lesen. Aber: Ob es nun dieses Buch oder ein anderes ist, ob ihr zum Coaching geht oder einen Motivationspodcast hört: Der eigene Tritt in den Hintern bleibt wichtig. 

So festgefahren ich mich mit Anfang 30 auch gefühlt habe: Ich konnte mich nicht darauf verlassen, dass der Change zu mir wie in einem Hollywood-Film kommt. Im Supermarkt fällt eine Packung Nudeln auf den Boden, du bückst dich zur gleichen Zeit wie die Person vor dir – ihr schaut euch an. Da: Dein Traumpartner. Oder: Hier, deine Traumkarriere, dein Traumleben. 

Veränderung ist harte Arbeit. Der Unternehmer im Slum, den ich so bewundere, hat hart und hartnäckig gearbeitet, gehandelt. Erst wenn ihr ins Handeln kommt, könnt ihr tatsächlich etwas in euch bewirken. Das ist wie ein Raketenstart: In den ersten Minuten verbläst die Rakete fast ihren ganzen Treibstoff. 

Der Start ist das Schwerste, das braucht die meiste Energie, die meiste Überwindung. Dann geht die Reise los.

David

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