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Tut es für euch – nicht für den Applaus!

Anfang Dezember 2021. Zur Weihnachtsfeier von bestbion haben wir uns einen exklusiven Besuch in einem kleinen Zirkus gegönnt, der gerade bei uns gastierte. Zusammen mit meinen Mitarbeitern schaue ich fasziniert auf die Manege, lasse mich von den Clowns zum Lachen bringen, halte den Atem an bei den Trapezkünstlern, staune bei den Tierdressuren.

Was mich aber mehr noch als die Vorführung selbst fasziniert, ist etwas ganz anderes. Der Zirkus Casselly ist ein Familienunternehmen in der achten Generation. Oma, Opa, Kinder, Enkel: Alle sind mit Leidenschaft dabei, dieses kleine Unternehmen am Laufen zu halten. Ob als Direktor, Conferencier, Artistin, Aufbauer, Marketingleiterin oder einfach nur Popcorn-Verkäufer. Dass es so etwas überhaupt noch gibt, finde ich schon toll. Aber während ich die Vorstellung genoss, machte ich mir noch etwas ganz anderes klar. Und deshalb galt mein Applaus nicht nur der jeweiligen Aufführung, sondern dem, was dahinter steckte, dem, was lange vorher passiert war …

Was eigentlich zählt, kommt lange vor dem Applaus

Denn bevor an diesem Abend die Seiltänzerin über das Seil tanzte, der Trapezkünstler sich durch die Lüfte schwang, die Kunstreiterin ihren Handstand auf dem Pferd machte, haben all diese Menschen schon ganz viel Arbeit, Training Schweiß und Tränen auf sich genommen, unglaublich viel Herzblut investiert – und zwar ganz ohne Applaus. Sie haben all das auf sich genommen, weil sie für das brennen, was sie tun, weil sie es mit Leidenschaft tun. Während ich diesen Künstlerinnen und Künstlern zusah, wurde mir klar: Das bisschen Applaus, der ja – je nach Publikum – auch mal nur „freundlich“ oder gar ganz ausfallen kann, kann nicht der einzige Grund sein, wofür sie all das tun. Natürlich genießen sie ihn verdientermaßen. Aber was sie wirklich zu ihren Höchstleistungen antreibt, das ist, dass sie lieben, was sie tun.

Und das ist für mich das eigentlich Faszinierende und Spannende an Künstlern: Ihre Bereitschaft, alles zu geben, lange, lange bevor sie Anerkennung bekommen, lange, lange bevor irgendein Publikum in die Hände klatscht.

Mein Herzblut ist mein bester Applaus

Vielleicht kennt ihr die Cellistin Tina Guo, vielleicht bewundert ihr, wie virtuos sie ihr Instrument beherrscht. Heute. Dass sie dafür aber seit ihrem vierten Lebensjahr jeden Tag acht Stunden – vier vor und vier nach der Schule – geübt, dass sie praktisch ihre Kindheit geopfert hat, um wirklich perfekt zu werden, das hören wir nicht mit, wenn sie ihr Instrument erklingen lässt.

Tina Guo wollte sich mit Durchschnitt nicht zufrieden geben, sie wollte ihr volles Potenzial ausschöpfen. Und das ist eine Einstellung, die ich bei vielen Künstlern sehe – und in der Arbeitswelt oft vermisse.

Als Unternehmer und als Unternehmer meines Lebens will ich mein volles Potenzial ausschöpfen. Dazu gehe ich gern auch an meine persönlichen Grenzen, verlasse immer wieder meine Komfortzone. Ich tue das nicht, damit irgendjemand mir applaudiert. Ich tue es, weil ich es will. Und deshalb verstehe ich nicht, warum manche Menschen nur Durchschnitt anstreben, nicht ihr ganzes Potenzial einsetzen – aber trotzdem Anerkennung und Applaus bekommen möchten.

Applaus für Durchschnitt macht nicht glücklich

Mir fällt dazu immer ein Beispiel ein, das ich das Feuerholzprinzip nenne. Da gibt es die einen, die setzen sich an den Ofen und sagen: „Wärme mich. Dann gebe ich dir Feuerholz.“ Die anderen sagen: „Jetzt gehe ich erst einmal einen Baum fällen draußen im kalten Wald, zerkleinere ihn in schweißtreibender Arbeit mit Säge und Beil zu Feuerholz – und dann wärmst du mich.“

Und meine Erfahrung dabei ist: Der Ofen, für den ich erst einmal selbst Feuerholz besorgt habe, wärmt viel besser als der, für den ich nichts getan habe.

Applaus für etwas, was ich mit meinem ganzen Herzblut und mit vollem Einsatz getan habe, macht mich sehr viel glücklicher als Lob für etwas Durchschnittliches.

David

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Copyright Foto: Circus Jonny Casselly

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