Der Stolz des Parkplatzanweisers -David Stammel

Warum mich der Stolz eines Parkplatzanweisers so fasziniert

Ich finde es immer wieder faszinierend, solchen Menschen zu begegnen: Es war auf einem großen Event des Unternehmens, das bestbion gekauft hat. Sie hatten in Südkorea innerhalb von acht Monaten eine neue Fabrik hochgezogen und eine große Eröffnungsfeier veranstaltet, zu der auch ich eingeladen war. Und alle waren sie da: die koreanischen CEOs, die Lokalpolitiker, die Macher … aber wer mir am stärksten in Erinnerung geblieben ist, das war der Parkplatzanweiser.

Der Stolz des Parkplatzanweisers

Er war ein älterer Herr, sicher schon deutlich über 60. Es gibt in Südkorea viele ältere Leute, die noch Geld verdienen müssen, die noch arbeiten gehen, weil die Rente nicht reicht. Das ist nichts Besonderes dort. Aber was mich an diesem einen Menschen so fasziniert hat, dass ich ihn bis heute noch vor Augen habe, das war die ungeheure Präsenz, die er ausgestrahlt hat, sein Stolz, an diesem Tag für diese Firma zu arbeiten, seine Leidenschaft und Korrektheit, mit der er die Autos eingewiesen hat.

Natürlich erinnere ich mich auch noch an die CEOs. Aber immer, wenn ich an diesen Event denke, denke ich zuallererst an den Parkplatzanweiser.

Es gibt dazu auch eine schöne Geschichte über John F. Kennedy, in der dasselbe zum Ausdruck kommt, was mich an dem Mann in Korea so beeindruckt hat.

Der Stolz des Putzmanns

Als John F. Kennedy einmal die NASA besuchte, um sich über den Stand des Apollo-Projekts zu informieren, traf er dort auch auf eine Reinigungskraft und fragte den Mann, was er dort mache. Und der, so die Geschichte, soll ihn voller Überraschung, dass Kennedy das nicht wusste, mit großen Augen angesehen und geantwortet haben: „Mr. President, wir schießen Raketen zum Mond.“

Dieser Mann verstand sich offensichtlich nicht einfach als Reinigungskraft, er verstand sich in erster Linie als Teil des großen Teams, das Menschen auf den Mond brachte. Dieser Mann blickte über den Tellerrand seines Jobs hinweg auf das große Ganze. Und deshalb war er erfüllt von Stolz auf seine Arbeit. Er putzte aus Leidenschaft – und gab dabei natürlich sein Bestes. Genauso wie der Parkplatzanweiser in Südkorea.

Egal, was ihr tut: Versucht, die Besten zu sein!

Der Putzmann in Cape Canaveral, der Parkplatzanweiser in Korea: Beide verkörpern etwas für mich, was meine Großeltern mir mit auf den Weg gegeben haben und was mir bis heute sowohl für mich als auch in meinem Unternehmen wichtig ist. Sie sagten zu mir: „David, es ist egal, was aus dir einmal wird, was du werden wirst, tu das, was du tust, mit Leidenschaft und vollem Einsatz. Und wenn du Müllmann wirst, dann werde der beste Müllmann!“

Es geht darum, jede Arbeit mit Herzblut und Hingabe zu tun. So sehe ich das für mich: Hingabe zu haben für das große Ganze, an dem ich teilhabe und meinen Teil beitrage – und sei der auch scheinbar noch so klein. Ich tue, was ich tue, mit Stolz. Auch nachdem ich bestbion verkauft habe und jetzt „nur noch“ Angestellter bin (siehe dazu auch meinen Blog „Warum ich Unternehmer bin, auch wenn mir der Laden nicht mehr gehört“. Und so sehe ich das auch bei bestbion: Wir arbeiten hier nicht einfach nur deswegen, um am Ende des Monats das Gehalt auf unser Konto zu bekommen, sondern dafür, durch unsere medizinische Diagnostik Menschen auf der ganzen Welt das Leben zu retten. Das macht uns stolz. Das erfüllt mich mit Leidenschaft. Und wer weiß, vielleicht erinnert sich ja auch mal jemand an mich, so wie ich mich an den Parkplatzanweiser 🙂

Euer David

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