Abenteuerreise Indien – David Stammel

Indien oder die Abenteuerreise meines Lebens

2008 – ich steige in Frankfurt in ein Flugzeug, das eigentlich ein Raumschiff ist, das mich auf einen anderen Planeten katapultiert. Denn kaum hatte ich das Flugzeug und den Flughafen verlassen, war ich in einer komplett anderen Welt. Ich war in Mumbai angekommen. Und dort in Indien erfuhr ich etwas, ohne das ich mein Unternehmen nicht so führen könnte, wie ich es heute führe.

Indien: Hate it or love it

Wenn ihr noch nicht dort wart, könnt ihr euch glaube ich kaum vorstellen, wie es in Indien ist. Die Farben. Die vielen Menschen, die so unheimlich vielen Menschen. Der Lärm. Der Dreck. Die grandiose Schönheit. Der Schmerz. Der Gestank. Der Liebreiz. Die Armut. Die Gefahr und diese wahnsinnige Freundlichkeit vieler Inder.

Indien ist ein Land der Extreme. Der Slogan „Unity in Diversity“, der die Extreme des Subkontinents auf einen Nenner bringt, hat mich gleich angesprochen.

Ich kenne niemanden, der dort war, der unparteiisch zum Land stehen würde, keinen der sagt: „Ja, doch, war sehr nett in Indien, das Essen war lecker, das Hotel schön, passt. Kann man mal machen.“

Hate it or love it – so reagieren die Menschen. Entweder: „Ich will da nie wieder hin, es ist so schrecklich, so voll, diese Armut, der Dreck!“ Oder: „Wahnsinn, diese Menschen, diese Kultur. Ja, laut, dreckig, voll, aber so faszinierend!“

Für mich war die Erfahrung dieser Extreme ein Abenteuer, das ich seitdem immer wieder suche, weil ich erlebt habe, dass diese Art Abenteuer mich zu einem kreativeren, empathischeren, stärkeren Menschen und somit Unternehmer macht.

Mit dem Rucksack in Indien

2008 steckten Smartphones gerade in den Kinderschuhen, ich konnte nicht mit Google Maps durch Indien navigieren. Oder mich übers Internet über den Ort informieren, an dem ich gerade war. Ich hatte nur meinen Rucksack dabei. Und ein paar hundert Euro. Und einen englischsprachigen Lonely Planet Reiseführer (ja, in Buchform). Die waren damals noch nicht das weltweite Reiseführer-Imperium von heute, sondern veröffentlichten vor allem Reiseführer für Länder, zu denen sonst keiner Reiseführer schrieb.

Ich hatte keine Unterkünfte gebucht. So konnte es geschehen, dass ich nachts in irgendeinem Industriekaff strandete, wo ich dann eine Matte auf dem Boden einer Art Halbpuffs ergattern konnte, die ich mir mit Kakerlaken teilte. Und das war noch Luxus gegenüber der Brücke nebenan, unter der Gruppen von Menschen schliefen, um tags darauf weiter zu schuften.

Ich bewundere ja Rüdiger Nehberg. Seine Survivaltripps finde ich Hammer. Heldenhaft, wie er sich dem Abenteuer aussetzte, und habe ihn glücklicherweise auch live sprechen hören, bevor er starb. Aber ich bin sicherlich kein Held. Doch diese Art zu reisen, mit dem Rucksack, mit nur wenig mehr dabei, als sich selbst, das ist ein Abenteuer, das ich suche. Gerade auch, weil es von mir Mut verlangt und mich ungemein fordert. Ja, manchmal sogar überfordert.

Abenteuerreise meines Lebens

Ich war mittlerweile in über 50 Ländern unterwegs. Und das Hyatt war nie die Destination, die ich suchte. Denn in Indien erfuhr ich, wie wichtig es mir ist, das Neue zu spüren, auch das Extreme. Nicht Bungy Jumping ist mein Abenteuer, sondern eine Kultur, ein Menschenschlag, der mir fremd ist.

Schon als Kind, wenn ich mit meinen Eltern nach Österreich reiste, reizte mich der mir unbekannte Weg in die Berge mehr, als der Rundweg rund um den See mit dem gleichen Start- und Zielpunkt.

Und wie ich heute weiß, sind meine Abenteuerreisen in eine mir unbekannte Welt der Weg, um Unternehmer meines Lebens zu sein: Denn durch diese Erfahrungen entwickle ich mich als Mensch.

Meine Reisen, und hier war Indien ein Wendepunkt in meinem Leben, helfen mir, mich zu reflektieren, wieder anders zu denken. Und diese Reflexion – das muss ja bei euch gar nicht Indien sein – halte ich für Menschen und für Unternehmer im Besonderen für absolut notwendig. Ohne aus der Gewohnheit hinaus katapultiert zu werden, wie ich es in Indien erfuhr, werdet ihr nicht erkennen, was in eurem Leben einfach nur Gewohnheit ist und welche Entscheidungen Zufall sind.

Die Abenteuerreisen meines Lebens sorgen dafür, dass ich mich immer wieder neu fordere, nicht still stehe – und mir auch wieder selbst in den Hintern trete. Das ist mein Extremsport – und mein Weg zu einem kreativen und mutigen Unternehmertum. Im Hyatt würde ich das nicht finden.

David

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