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Unternehmenskultur braucht Vorbilder

Kürzlich hatten die Wirtschaftsjunioren NRW einen Workshop in Köln organisiert. Thema: Unternehmenskultur. Verschiedene Experten waren dazu extra eingeladen worden. Zwei junge Frauen, die als Consultant bei recht renommierten Beratungsfirmen gearbeitet hatten, ein  ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsjunioren Köln – und ich.

Die anderen wurden mit ihren beeindruckenden Experten-Lebensläufen vorgestellt, ich wurde angekündigt mit den Worten: „David Stammel, Reisender, Unternehmer seines Lebens. Viele würden sagen, er ist speziell, manche würden sagen, er ist eine Herausforderung.“ – noch vor gar nicht so langer Zeit hätte ich mich bei diesen Worten auf den Schlips getreten gefühlt. Weil ich allen gefallen wollte. Weil ich gedacht hätte, dass mich eine solche Ankündigung schlecht dastehen lässt. So ohne Kompetenz. So ohne Know-how. Neben den beiden renommierten Expertinnen als jemand, der zu wenig weiß, um wirklich als Experte aufzutreten.

Heute weiß ich aber: Gerade bei einem so speziellen Thema wie Unternehmenskultur braucht es etwas anderes mehr als Expertentum …

Ich bin kein Experte für Unternehmenskultur

Alles, was die Expertinnen gesagt haben, hatte Hand und Fuß. Aber es blieb bei mir das Gefühl: Es fehlen die letzten fünf bis zehn Prozent, um das, worum es geht, wirklich in der Tiefe begreifbar zu machen.

Aber was ist das, was da fehlt? Ich denke, was den Unterschied macht, ist, dass mein Wissen über Unternehmenskultur gelebt und absolut persönlich ist. Ich habe mir natürlich auch viel zum Thema angelesen, habe Seminare besucht, an Workshops teilgenommen. Aber ich bin auch durch die harte Schule gegangen, die Kultur, die Mindsets in einem Unternehmen wirklich von Grund auf zu transformieren, in meinem Unternehmen. Habe gesehen, dass die Firma kurz davor war, kaputtzugehen, wenn ich nichts unternehme. Musste gegen Widerstände kämpfen. Habe Fehler gemacht. Musste schwere Entscheidungen treffen.

In dieser Zeit, in der ich auch durch die Sch… gegangen bin, habe ich mir etwas erworben, was ich eine gewisse Weisheit nenne – gelebtes Wissen. Und das glaube ich, haben auch die Teilnehmer des Workshops gespürt.

Unternehmenskultur lernt ihr nicht im Basislager kennen

Auch die beiden Consultants wussten ja, wovon sie sprachen, konnten von Projekten berichten, die sie erfolgreich durchgeführt hatten, was ich respektvoll anerkenne. Aber es blieb immer ein Rest grauer Theorie. 

Aber dadurch, dass ich diesen Change-Prozess mit bestbion selbst durchlebt hatte mit allen Höhen und Tiefen, mit allen Emotionen, mit aller Verantwortung, die ihr als Unternehmer spürt, hatte ich zusätzlich den Grad an Authentizität, den es braucht, um als Vorbild fungieren, um inspirierend wirken zu können. Experte kann ich nicht – ich kann nur Vorbild.

Ich kann einen Vortrag über den Mount Everest halten, wenn ich mich schlau gemacht, mit Leuten gesprochen habe, die schon mal bis oben waren, wenn ich vielleicht auch selbst schon einmal im Basislager war. Aber ein Vortrag von Reinhold Messner, der als Erster ohne Sauerstoff den Weg bis zum Gipfel geschafft hat, hat natürlich eine ganz andere Energie.

Unternehmenskultur ist ein besonderes Thema, weil es sehr in die Tiefe geht, weil es extrem von der Person abhängt, die ein Unternehmen führt. Weil ihr die Werte, die euer Unternehmen leiten sollen, selbst leben müsst. Weil ihr Kopf und Herz zusammenbringen müsst. Das habe ich in den letzten Jahren selbst erlebt und in seinen Konsequenzen für mich begriffen: Unternehmenskultur braucht keine Experten, die über die Unternehmenskultur sprechen, sie braucht Menschen ohne Maske, und angelesene Kompetenz ist auch immer ein Stückweit Maske, die „Unternehmenskultur“ erlebt haben, mit ihrer ganzen Person leben.

David

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